Blog post

Die bis jetzt am meisten vernachlässigte Gruppe innerhalb der Autobahnkirche ist die der Urlauber*innen, denen ein rein touristisches Interesse an der Kirche nachgesagt wird. (Hier verweis auf Studienlage und das nur 35% das ablehnen). ruach.jetzt entwickelt für die Autobahnkirche Baden-Baden ein Heft mit einer doppelten Zielgruppe: Die der Reisenden und die der Sinnsucher. Beide Zielgruppen habe einen hohe Schnittmenge, in welcher sich das Heft thematisch bewegt. Dabei kann es sowohl als Heft zur persönlichen Sinnsucher, aber auch als Heft für profane Urlaubserinnerungen genutzt werden.

Auf reisen bietet eine spirituelle Reisebegleitung an, die Touristen als Hauptzielgruppe hat. Dabei schimmert die Bedeutung zwischen der spirituellen Reise und der tatsächlichen Urlaubsreise, so dass die Broschüre auf beiderlei Arten gelesen werden kann. Damit überfordert sie nicht, bietet jedoch auch klare Anreize für die Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Transzendenz im eigenen Leben.

Thematische Leitmotive

Das Heft orientiert sich in seiner Gestaltung und bei der Setzung von inhaltlichen Schwerpunkten an drei Leitmotiven. Diese greifen die bestehenden Schnittpunkte zwischen den Anliegen der Autobahnkirche und den Bedürfnissen der Zielgruppe auf.

„Jeder der zur Autobahnkirche kommt, geht auch wieder“

Genauso wie die Reise selbst ein zeitliches Projekt ist, ist es auch der Besuch in einer Autobahnkirche. Im Gegensatz zu anderen kirchlichen Strukturen verpflichtet der Besuch in der Autobahnkirche zu keinerlei Bindung. Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass die Besucher*innen diesen Kirchen einen hohen Grad an Loyalität entgegenbringen.

Autobahnkirchen sind im Alltag, genauso wie der Urlaub an sich, Raststätten; Orte an denen die Besucher*innen einkehren können, der sie nicht festhält, nichts von Ihnen verlangt, sondern einzig zum Nachdenken über die Transzendenz anregt.

Diese Offenheit des Raumes ermöglicht erst ein authentisches Angebot für die Sinnsucher. Die hohe Loyalität zeigt dabei, dass diese Offenheit nicht im Gegensatz zu dem angestrebten Ziel steht, nämlich der Herstellung einer Verbindung zwischen dem Menschen und Gott.

In Bezug auf die Gestaltung des Heftes bedeutet dies: Das Heft soll zum Nachdenken über die Transzendenz anregen ohne dabei Bindung zum Gebäude selbst zu verlangen.

„Jede Reise startet mit Ereignissen und endet mit Geschichten.“

Während einer Reise verknüpfen sich unzählige Ereignisse zu verschiedenen Geschichten. Schon bevor es eigentlich los geht werden unzählige Entscheidungen getroffen. Ferienort, Urlaubsantrag und Anreiseart. Was kommt in den Koffer? Welche Route wird zurückgelegt? Welche Unterkunft wird gewählt? Auf viele Fragen gibt es im Vorfeld eine Antwort. Auf die Frage „Wie war‘s?“ erst am Ende.

Die Urlaubsgeschichten sind eine besondere Art der Erinnerung, denn sie entziehen sich jeglichem Objektivitätszwang. Nicht das was wirklich war, ist unabdingbar für die Geschichte, sondern daswie es sich angefühlt hat. Der recht durchschnittliche Berg? Eine Herausforderung wie der Mount Everest! Der Sonnenuntergang? Wie gemalt am Himmel!

Geschichten aus der Urlaubszeit verbinden die wesentlichen Ereignisse mit den wesentlichen Gefühlen. Dadurch bringen uns diese Geschichten immer wieder in die Situation des Urlaubs zurück.

In Bezug auf die Gestaltung des Heftes bedeutet dies: Das Heft sammelt Urlaubsereignisse und gibt genügend Raum für das Schreiben der eigenen Urlaubsgeschichten.

„Unterbrechungen unterstützen die Reise.“

Die kürzeste Definition von Religion ist die Unterbrechung. Diese pointierte Definition der Religion von J.B. Metz macht deutlich, welche Rolle die Religion (nicht nur in der Urlaubszeit) spielen kann: Sie unterbricht den Alltag. Sie ruft den Menschen aus der Routine heraus und stellt dieser einen Kontrapunkt entgegen.

Genauso wie der Alltag durch den Urlaub unterbrochen wird, unterbricht die Religion den Alltag. Damit diese Unterbrechungen keine Störungen sind, sondern produktive Ereignisse, müssen sie den Menschen Gutes tun, Interesse wecken und zu den Wünschen passen.

In Bezug auf die Gestaltung des Heftes bedeutet dies: Das Heft wird so gestaltet, dass es immer wieder den Urlaubsalltag unterbricht ohne dabei zu stören. Dies geschieht zum Beispiel durch Seiten, die sich nur über mehrere Tage ausfüllen lassen können.

Der Stil

Reduzierter grafischer Stil. Viele Silhouetten und „selbstgemalt“ Optik. Soll sowohl Platz für eigene Interpretation bieten als auch den Eindruck eines persönlichen Buches/Tagebuches vermitteln.

Der Inhalt des Buches ist impulsgebend. Das Buch muss von der Leserin/dem Leser erst mit tiefergehendem Inhalt gefüllt werden. Das Buch gibt dafür Anregungen, Räume, aber keine strikten Vorgaben.

Neugierig geworden?

Haben dich unsere Projekte neugierig gemacht? Möchtest du wissen wo sonst noch Ruach entsteht? Hast du Lust unsere Entwicklung mitzuverfolgen? Dann melde dich bei unserem Newsletter an und wir senden dir einmal im Monat ein kleines Statusupdate.

Beim Klick auf Anmeldung werden deine Daten an unseren Partner MailChimp weitergeleitet und Du stimmst die Verwendung deiner Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung zu.